CD "From East to West"

Jazzpodium // Februar 2004:
… Broede setzt sie (die Mundharmonika) mit klarem "Ansatz" sehr gradlinig und dennoch ausdrucksvoll ein, um eine kleine Welten-wanderung zu vollziehen. Zwischen Ungarn und Frankreich bewegt er sich auf lyrische Weise, begleitet von den qualitätvollen Ralph Beerkircher, Gitarre, und Volker Heinze, Bass. So trifft in Struktur und Klang der Titel "Chamber music no.2" den Nagel auf den Kopf. Eine häufig träumerisch elegische, von Beerkirchers großräumigem Gitarrensound abgesicherte europäische Reise. Und natürlich fehlt im Begleitheft nicht das ausdrückliche Lob des Altmeisters Thielemans, mit vollem Recht, wie man nach dem Gang durch die zwölf Titel feststellt. Auffallend die hintergründige Spannung, an der Bassist Heinze großen Anteil hat, die die vordergründig entspannte Atmosphäre mehrfach durchdringt und regelrecht aufmischt. Auf drei Titeln tritt Broede auch als Pianist in Erscheinung, eine Rolle, die ausdrucksmäßig der des Mundharmonikaspielers sehr nahe kommt.
Hans-Jürgen von Osterhausen


Fonoforum // Oktober 2003:
… Der Kölner Matthias Broede stellt sie (die Mundharmonika) jetzt
in einen nicht eben alltäglichen Kontext. In einem schlagzeuglosen
Trio erinnert sie bisweilen an ein Sopransaxophon David-
Liebmanscher Schule. Im Zusammenspiel mit Gitarre und Kontrabass übernimmt sie folkloristisch inspirierte Linien und ist für ungewöhnliche Klangbilder gut. Mit zumeist eigenen Kompositionen bittet Broede, überdies ein ausdrucksstarker Pianist, zu einer anregenden musikalischen Reise vom Orient bis zum französischen Impressionismus.
Klm


CD "European Faces"

Jazzpodium // September 2000:
… Thielemans bewies die Behändigkeit der chromatischen Mund-
harmonika im swingenden Jazz; Meurkens zeigt die Strahlkraft
und Energie des Instruments für südamerikanische Musik- und
Matthias Broede schickt sich an, das unscheinbare Blasinstru-
ment dem modernen Jazz anzuempfehlen (...) Auch die beiden
vorgenannten Könner bemühten sich darum. Doch Broede tut es
sogleich mit seiner Erstlings-CD, und er tut es mit soviel
Selbstverständlichkeit, Originalität und Konsequenz - als
könne es gar nicht anders klingen! Mit Wolfgang Engstfeld am
Tenorsaxophon bildet Broede sozusagen eine neue Variante der
klassischen Trompete-Tenorsaxophon-Frontline - eine Gespann,
das klanglich wie funktional bestens arbeitet. Broede intoniert und
phrasiert auf eine Weise, durch die nie der Eindruck aufkommt,
eine Mundharmonika müsse einen sentimentalen Touch mit sich
bringen. Vielmehr treten hörbare Einflüsse von den Spieltechniken
von Trompetern und Saxophonisten zu Tage, die seinem Instru-
ment gut anstehen. Die Clichés werden hinweg gespielt! (...)
Peter Stegmaier


Jazzthing // September - Oktober 1999:
Vor dem musikalischen Hintergrund des Vibraphonisten Christoph
Eidens, des Bassisten Volker Heinze und des Drummers Felix
Astor bläst der in Köln lebende Matthias Broede auf "European
Faces" eine mal geschmeidige, mal kraftvolle Mundharmonika,
die sicherlich respektvoll auf Jean "Toots" Thielemans verweist,
aber mit der er im Zusammenspiel mit seinen Musikern weit über
gängige Straight-Ahead-Sessions hinausreicht. (...) weisen
Broedes Kompositionen und Arrangements eine Modernität auf,
in denen er zum Beispiel Modern Jazz mit Zwölftonmusik kombi-
niert. Bereichert wird diese Melange durch das noch immer erdige
Spiel von Gastmusiker Wolfgang Engstfeld am Tenorsaxophon.


Der Amerikanische Harmonikavirtuose und Autor von "Jazz Harp" Richard Hunter schreibt: //
"The compositions are strong, and the sound of the ensemble is
fresh and very enjoyable; I particularly enjoyed the combination
of vibraphone with sax and harmonica. (…) Jazz fans, harmonica
fans and jazz harmonica fans will enjoy this record thoroughly.“
 

Harmonica Player // Frühjahr 2000:
Interessante und durchaus ungewohnte Klänge sind es, die der
Kölner Jazzmusiker Matthias Broede auf seiner Debüt-CD zu
Gehör bringt. Vertrackte Themen, harmonisch komplizierte
Akkordfolgen und sich bisweilen in freier Improvisation beweg-
ende Solos zeichnen seine Musik aus. Der Schwerpunkt liegt
hierbei auf Eigenkompositionen, in denen Broede einen ganz
eigenständigen, sehr originellen Zugang zum Mundharmonika-
Jazz dokumentiert, aus den Fußstapfen seines Vorbilds Toots
Thielemans heraustritt und sich in eine wesentlich modernere,
europäischere Richtung aufmacht. (…) Nicht unerwähnt bleiben
dürfen die exzellenten Mitmusiker: Wolfgang Engstfeld am
Tenorsaxophon, Christoph Eidens am Vibraphon und ein
groovendes Fundament, gelegt von Volker Heinze, Bass, und dem
hochmusikalisch agierenden Drummer Felix Astor, machen diese
CD zu einer äußerst hörenswerten Scheibe für alle Jazz- und
Mundharmonikafreunde.
Jens Bunge


InZide // November 1999:
Matthias Broede gehört zu den wenigen Musikern, die sich
vehement für den Erhalt der Mundharmonika, nicht nur in der
deutschen Jazz-Szene, einsetzen. So versteht sich auch seine
aktuelle Arbeit "European Faces" (Edition Collage / FMS) nicht nur
als Liebeserklärung an dieses ausdrucksstarke Instrument,
sondern in erster Linie als Brückenschlag zwischen traditionellen
Jazzrhythmen und einer typisch "europäischen Linienfürung". Wer
also bei Toots Thielemans relaxt mit den Fingern schnippt, wird
auch bei Matthias Broede den einen oder anderen groovigen
Akkord erkennen.
UB

Konzertkritik

B6 Kult // Hildener Jazztage 2005:
… Dem Kölner Matthias Broede aber…ist es gelungen, auf diesem Instrument (der Mundharmonika) eine eigenständige moderne Sprache zu entwickeln, die nicht in Erinnerungen schwelgt, sondern in die Zukunft weist. Im Fassraum der historischen Kornbrennerei des Fabry-Museums…brachte die Matthias-Broede-Group mit dem Tenorsaxophonisten Paul Heller ein stimmiges Programm aus Originalkompositionen und einigen Monk-Klassikern zu Gehör. Dass Broede zwei Hauptinstrumente zur Verfügung stehen - Klavier und chromatische Mundharmonika – erhöht die Instrumentierungsmöglichkeiten des Quintetts …
Wie gut Mundharmonika und Tenorsax als Dialogpartner zusammenpassen, zeigte sich in „Criss Cross“ von Th. Monk, bei der sich „Fours“ zu einer Duo-Improvisation verdichteten …



Jazzpodium // Dezember 1999:
Als erster machte es in den vierziger Jahren der Belgier Toots
Thielemans bekannt. Ein weiterer großer Solist auf dem hand-
lichen Ding ist im modernen Jazz der Amerikaner Howard Levy.
Seit einigen Jahren kennt die Jazzwelt in diesem Bereich einen
weiteren Virtuosen: Matthias Broede. Der in Köln lebende und im
badischen Rastatt aufgewachsene Musiker lieferte jetzt mit
seinem Quintett im Karlsruher Jazzclub, "wo alles anfing", einen
beeindruckenden Auftritt ab. Broede, der an der Musikhochschule
Karlsruhe bei Professor G. Hauer studierte, lernte "das Blas-
instrument mit akkordisch, zum Teil auch chromatisch abge-
stimmten Zungen, die durch den Atemluftstrom zum Schwingen
gebracht werden" durch eine Aufnahme von Thielemans mit Bill
Evans kennen und lieben. Weitere Inspiration erhielt er durch das
Hören verschiedener Trompeter, Saxophonisten und Pianisten
(das Piano ist sein zweites Instrument). Broede strebt allerdings
durch das Einbeziehen von Klangfarben ein moderneres Konzept
und ein weiteres Klangspektrum an. Für seine erste CD "European
Faces" und die aktuelle Tournee ist es Broede gelungen, Wolfgang
Engstfeld zu verpflichten. Dieser zählt zu Europas besten Saxo-
phonisten und erlangte in den siebziger Jahren mit seiner Gruppe
"Jazztrack" internationales Ansehen. Außerdem waren der Vibra-
phonist Christoph Eidens, der Bassist Volker Heinze und der
Schlagzeuger Felix Astor mit von der Partie. Das Konzertpro-
gramm setzte sich aus Kompositionen von Broede, Engstfeld und
einigen anderen Songs zusammen, darunter auch Filmklassiker,
wie "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen" und "Ich bin
von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" im Jazzgewand. "Bagatelle
Nr.4" war ein von Bartok bearbeitetes ungarisches Volkslied und
kam als beschwingtes Thema daher. "Twelve" offenbarte Broedes
Neigung zu Zwölftonmusik in Verbindung mit freieren Elementen.
Oft entwickeln sich aus den schönen Unisono-Themen von Vibra-
phon, Tenor-Saxophon und Mundharmonika druckvolle Rhythmen,
über denen die Solisten ihr Können zeigen. Reizvoll ist der Gegen-
satz des Tenors zu den hohen Tönen der Harmonika. Auch am
Klavier, etwa in seinem "She Loves To Dance", erwies sich
Broede als exzellenter, von Evans beeinflusster Pianist. Engstfelds
satter Ton zeugte von Weitblick und Erfahrung. Es wird sicher
spannend sein, den Weg Broedes, der mit seiner Musik har-
monisch und rhythmisch in noch offenere Sphären vordringen
möchte, zu verfolgen.
Peter Bastian